Dezember 2016

04.12.2016

Zum zweiten Advent hatte ich den Kindern versprochen, dass es Wiener Schnitzel gibt. Aber dann habe ich es zeitlich wieder nicht geschafft, weil ich noch einen blöden Anruf von Opi Gauland hatte – wieder nur Stress!

Das ist aber auch zu viel Arbeit für eine einzige Mahlzeit: erst das Schnitzel schön weichklopfen, damit es schön zart auf der Zunge ist (zu viel Kauen mögen die Kinder nicht), dann durch den schleimigen Eiquirl ziehen und schließlich mit Semmelbrösel panieren, damit es sich im Mund knackig-kross anfühlt und Biss hat. Dann das Ganze im Bratenfett vor sich hin blubbern lassen. Dazu Kroketten mit brauner Soße. Puh, das kann man wirklich nicht von einer vielbeschäftigten Frau und Mutter verlangen, so leid es mir tut!  Na, vielleicht beim nächsten Mal.

Bei den Kindern war das Geschrei natürlich groß, als es statt dessen Butterbrot mit Leberwurst gab.

Zum Glück hatte ich noch ein paar Überraschungseier in petto, die ich als Entschädigung ausgehändigt habe. Sonst wäre das hier heute Abend wieder in Revolution ausgeartet. Und das kann ich nun wirklich nicht gebrauchen! Ich muss dringend über eine Strategie nachdenken, wie wir die neusten Gräueltaten unserer nicht wenigen “Ficki Ficki” Mueslimänner in Stimmenzuwachs für uns umwandeln.

Aber es vergehen keine fünf Minuten, da kommt Anne Marie ins Wohnzimmer, wo ich mir mit einem kleinen Campingtisch und einem Sitzball eine Arbeitsecke eingerichtet habe. Sie hat ein Überraschungsei Edition “Mädchen” bekommen. Aber sie ist immer noch nicht zufrieden – natürlich.

“Im Ei war keine Barbie drin”, meckert sie und will ein neues Ei.

Ich versuche ihr zu erklären, dass nur in jedem 7. Ei so eine komische Spielfigur, eine Barbie im Miniaturformat, drin ist.

“Woran erkennt man das?” will sie wissen.

“Das erkennt man erst, wenn man es geöffnet hat”, erkläre ich ihr.

“Aber da hat man ja schon Geld bezahlt”, sagt sie. “Kann man es denn noch zurückgeben, wenn man es aufgemacht hat und es nicht haben will?”

Ich sage, das ist kompliziert.

Sie versteht es nicht und wirft das Spielzeug, das keine Barby-Figur, sondern ein lieb guckender Frosch ist, in die Ecke. Die Schokolade isst sie natürlich trotzdem.

Ich frage mich, wie sich das verändert hat mit der Schokolade. Früher als man noch nicht so viel hatte, bei uns in der DDR, zum Beispiel, da hat man die wenige Schokolade, die es gab, geteilt und zusammen gegessen, richtig genoßen, meine ich, weil das eben keine Selbstverständlichkeit war.. Schokolade war immer etwas Süßes. Aber heute hat man es geschafft, Schokolade einen negativen Touch zu geben. Die Überraschungseier werden ja angeblich sogar in Kinderarbeit hergestellt, in Rumänien.

Kaum ist Anne Marie in ihr Kinderzimmer zurück gerannt, da fällt mir doch ein, dass Friedhelm diese Woche ein Deutschdiktat schreibt. Und wie ich ihn kenne, hat er wieder nicht geübt, obwohl er es versprochen hat! Vor einem Jahr hat er die erste Fünf mit nach Hause gebracht. 11 Rechtschreib- und Zeichenfehler auf einmal! Und was hat sich seither getan? Ständig hat er seitdem Probleme, auch in anderen Schulfächern; schlechte Rechtschreibung zieht die Noten in allen Fächern herunter, ist nun mal so. Ich war mir sicher, dass sich das von alleine abstellt, er ist ja schließlich lernfähig. Er ist langsam alt genug. Ich kann da als Mutter auch nicht viel machen. Ich denke mal, ich lasse das laufen, er wird sich schon fangen. Ist halt eine schwierige Phase für ihn, ohne Vater usw.

Andererseits wenn ich da an meine Schulzeit zurückdenke. Da gab es den Silvio, da haben die Eltern nie etwas gesagt. Der konnte machen was er wollte, selbst wenn er die Haustiere von den Nachbarn im Gartenteich ertränkt hat. Der hatte dann überall  nur Probleme und ist später wegen Drogen und Raubüberfällen im Knast gelandet. Tja, aber so ist mein Junge ja nicht. Er ist eigentlich ein ganz sensibler, begabter Junge.  Wenn die Lehrer das doch nur sehen könnten! Ich geh später noch mal zu ihm.

Jetzt aber ran an die Arbeit, bis morgen muss die neue Partei-Strategie stehen.

November 2016

27.11.2016

Diese Woche hat es wieder gezeigt: Die etablierten Parteien sind doch alle korrupt und die SPD allen voran! Partei des kleinen Mannes, ha! Frontal 21 hat den Skandal minutiös aufgedeckt. Tausende EUR nimmt ein SPD-Minister für eine Treffen mit Wirtschaftslobbyisten. DAS ist es, warum unsere Demokratie zu Grunde geht! Wenn ich solche Nachrichten sehe, dann entflammt in mir die Berufung auf´s Neue, das Land von diesem verkommenen Politikpersonal zu befreien. Und die Mehrheit der Menschen sieht das auch so, da bin ich mir sicher. Ganz sicher jedenfalls in Sachsen.

In Sachsen liegen wir schon bei 25 % und 2/3 der Sachsen wünschen sich eine große Einheitspartei, die alle Menschen repräsentiert; das hat der Sachsen-Monitor ergeben. Und wer könnte das besser als die AfD, wo es die SED ja nicht mehr gibt. Die CSU Sachsens werden, das muss unser Ziel sein! Eine Regionalpartei, die dem ganzen Land auf die Eier geht. Ich seh´ dem Seehofer doch an, dass ihm das Spaß macht. Das will ich auch haben.

Um nochmal auf den sog. Sachsen-Monitor zurückzukommen. Diese Auswertung soll jetzt jährlich durchgeführt werden. Das ist so, als ob das eigene Kind zur Begutachtung zum Schulpsychologen muss. Entwürdigend. Und dann kriegt man einen Bericht vorgelegt und muss sich erklären.

Und damit bin ich auch schon wieder beim Thema „Friedhelm“. Diese Woche stand tatsächlich ein Termin beim Schulpsychologen an. Friedhelms Probleme mit der Deutschlehrerin sind wieder schlimmer geworden. Er soll gesagt haben, sie sei eine “kurzsichtige Kackschlampe”, weil die anderen bei den Klassenarbeiten schummeln und sie es nicht mitkriegt. Beim Schulpsychologen hat er dann gesagt, er sei oft mit seiner Schwester allein zu Hause, wenn ich für die Partei unterwegs bin und fühle sich der Verantwortung nicht gewachsen. Ich habe dem Schulpsychologen versichert, dass Friedhelm von mir angehalten wird, sich tadellos aufzuführen, auch im Hinblick, dass unsere Schulhöfe ohnehin schon verrohen. Welchen Einflüssen unsere Kinder da ausgesetzt sind!

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Der Schulpsyschologe meinte dann, das sei gar nicht so gut. Friedhelms Tendenzen zur Rebellion seien altersgerecht und ganz normal, er ist schließlich in der Pubertät. Eine zu repressive Haltung der Eltern führe dazu, dass er sich in machen Situationen erst recht unangemessen verhält oder – schlimmer noch – der Reifungsprozess wird verschleppt und äußert sich unter Umständen erst im späten Erwachsenalter durch antisoziales Verhalten und blinde Wut gegen alles. Ich halte diesen Schulpsychologen für einen ausgemachten Idioten! Ich habe ihm dann gesagt, was er hören wollte und gut. Vielleicht lasse ich Friedhelm die Schule wechseln. Er ist dort wirklich schon seit langem unterfordert! Die anderen haben nur bessere Noten, weil sie schummeln!

Ich habe festgestellt, um so mehr politische Meriten ich erwerbe, um so mehr schrumpft meine freie Zeit. Das Telefon steht kaum noch still. Ein Fabrikant will AfD-Flaggen für das Autodach herstellen, hat aber Bedenken, wie die Kasko-Versicherer darauf reagieren würden, ob ich da meinen Einfluss geltend machen könnte. Ein Existenzgründer plant Sachsenwürstchen in Anlehnung an Deutschländerwürstchen herstellen und fragt mich nach Finanzierungstipps. Herr Gott nochmal! Ich habe eine Rufumleitung zur Zeitansage eingerichtet.

Und Marcus, meine kleine Bretzel, ruft auch ständig an. Er hat Probleme mit seiner Truppe in NRW. Er ist ganz nervös. Bin froh, dass er nicht da ist, er schwitzt immer so, wenn er aufgeregt ist. Es geht darum, dass die Presse ihn auf´s Korn genommen hat. Ein paar Niemande aus dem Landesverband behaupten, bei der Besetzung der Landesliste in NRW sei geschummelt worden, vernichtete Wahlzettel, Absprachen per Whatsapp und so was halt. Bretzel hat sofort eine Facebook-Gruppe (namens „Tee & Kekse“) gegründet, um den Sachverhalt zu klären. Anscheinend mögen die anderen es auch nicht, wenn er schwitzt.

Er hat getan, was nötig war und ehrlich gesagt, das ist schon mehr als ich tun würde. Auf der Landesliste Sachsen streiche ich einfach raus, wer mir nicht passt. Hier wird das nicht so eng gesehen mit innerparteilicher Demokratie und diesem Schmonsens. Aber das ganze Internet war natürlich voll von Stimmungsmache gegen Bretzel. “Zerfall und Verwesung in der AfD”, “Zermürbungskrieg” etc. pp. bei Spiegel-Online, FAZ-Online und der gesamten Lügen-Online-Presse. Und dafür zahle ich an die Telekom monatlich Gebühren! Aber nicht mehr lange!

Letzte Nacht hatte ich dann wieder einen Alptraum:
Seehofer erschien mir. Er saß auf einer Bierbank an einem Biertisch irgendwo in den Alpen. Ein blau-weißer Himmel über ihm, die Berggipfel ragten empor bis zur strahlenden Sonne. Er hatte ein dickes Grinsen im Gesicht, und er lachte sein verstohlenes Seehofer-Lachen, das an das Hecheln eines altersasthmatischen Foxterriers erinnert. Neben ihm auf der Bank saß kein geringerer als Donald Trump, während Orban ihnen Bier und Weißwürste servierte. Tump sagte dann zu Seehofer: “It´s a beautiful place, Horst. Together we can make the world great again. You are the man, I can work with. What do you say, Horst?”.  Seehofer sagte darauf nur: ”Woas hast du g´sagt?”

Da wachte ich schweißgebadet auf. Ich weiß nicht, wieso mich dieser Traum so bedrückt. Was hat er nur zu bedeuten?
Ich werde schaun, ob ich eine Zigeunerin finde, die mir das erklären kann. Wenn ich mal in Berlin bin.

 

20.11.2016

Friedhelm und Annemarie streiten mal wieder. Friedhelm soll Annemarie ein Märchen erzählen, er fühlt sich aber schon zu groß und erwachsen dafür. Es gibt viel Geschrei, Annemarie ruft “Du Doofmann” und Friedhelm antwortet “Nasty Pig. Fuck off”. Dann zerreisst Annemarie das Poster von diesem Rapper Kenya West in Friedhelms Zimmer. Am Ende bleibt es natürlich wieder an mir hängen und ich erzähle beiden die Gutenachtgeschichte vom Prinzen, der auf dem Weg zum Schloss von einem Drachen gefressen wird, schön ausgeschmückt, das wirkt.

Als dann wieder Ruhe ist, hab ich mich im Internet eingeloggt. Ich hab schon ein schlechtes Gewissen deswegen. Aber der Marcus, die Bretzel wie ich ihn liebevoll nenne, ist halt immer fort und verfolgt seine eigene Karriere. Und ob wir zusammen bleiben, hängt auch sehr vom Erfolg der Partei ab. Da sitze ich hier in Leipzig in meiner kleinen Wohnung, die Kinder im Bett und möchte einfach mal mit einem Mann nett chatten. Elite-Partner.de ist da eine angenehm einfache Möglichkeit, in Kontakt zu kommen. Ich hatte noch ein Foto mit langen Haaren, von schräg unten aufgenommen, auf dem ich hübsch aussehe und mich keiner erkennt.

Zuerst hatte ich in mein Profil geschrieben: national, häuslich, ernst, ordnungsliebend. Was da für Typen geantwortet haben?! Alle irgendwie unbeholfen, plump, frustriert und unterschwellig wütend. Ok, die meisten Bio-Deutsche, aber das reicht nun wirklihc noch nicht, um einer Frau zu gefallen. Notgeile Südländer gab´s übrigens auch; wie kann es eigntlich sein, das die sich überhaupt auf Elite-Partner.de anmelden können?
Dann hab ich mein Profil angepasst: gutaussehend, freundlich, weltoffen, warm, herzlich, erfolgreich. Da habe ich auch schon ein paar sehr nette Nachrichten von interessanten Männern erhalten. Und unverändert natürlich welche von notgeilen Südländern.

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Dabei hatte ich noch ganz andere Sorgen diese Woche. Auf dem Parteitag haben Eiterpocke Poggenburg, Opi Gauland und Meuter-Meuthen mal wieder einen Aufstand gegen mich geplant. Treulosigkeit in höchster Vollendung, aber nichts anderes habe ich erwartet! Und ich weiß auch wer dahinter steckt: die Störchin! Sie kann es einfach nicht verwinden, dass viele mich als Führerin sehen wollen, der die Gefolgsleute hingebungsvoll zujubeln. Ja was glauben diese Flachpfeifen eigentlich, wie man Wahlen gewinnt? Meinen die unsere Wähler, das sind gemütliche Hausfrauen oder zufriedene Familienväter oder hippe Studenten? Das sind alleinstehende Männer, die in romantischer Verehrung für eine Führerin schwelgen möchten. Das man das nicht sieht, da muss ich einfach sagen, der Deppenanteil in der Partei ist schon einfach groß. Deshalb haben wir die Presse auch nicht reingelassen.

Tja und um die Scheiß-Woche dann noch voll zu machen auch noch das! Angela erklärt, dass sie noch mal antritt. Zum vierten Mal! Das ist ja, als ob Gerd Müller immer noch bei den Bayern im Kader steht. Da hatten schon einige gehofft, dass sie dem Druck nachgibt und abtritt. Aber denkste! Die ist wie ein Schaumstoffgummiball, den kannst du drücken wie du willst, der springt immer wieder in die alte Form.
Die ändert ständig ihre Politik und verkauft uns das als Kontinuität. Das ist zum Gruseln.

Jetzt hat sie auf der PK zum anstehenden Wahlkamp 2017 gesagt:
“Wir werden die Diskussion wie Demokraten führen, so jedenfalls mein Vorsatz“.
Das lässt ja noch einigen Spielraum zu. Mein Albtraum ist, dass Sie eines Tage mit Lederjacke auftritt und und mir den Stinkefinger zeigt. Dann ist unser ganzes Anti-Establishment-Rebellen Getue dahin.

 

 

 

13.11.2016 Glückwunsch-Telegramm an Trump

nigel-verarsch

 

Es ist geschafft! Mr. Donald J. Trump ist der erste weiße Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika seit einer lange nicht mehr dagewesenen Zeit, es waren finstere 10, 20 oder acht Jahre, lange Jahre. Und schon ist spürbar: America is great again. Und mit Amerika auch bald Deutschland.

Ich habe mir dieses Bild ganz bewusst in mein Tagebuch eingeklebt. Zwei große Männer, die Geschichte geschrieben haben. Der eine stinkreich und Engländer, der andere stinkreich und Amerikaner. Der erste Börsenspekulant, der zweit Immobilien-Hai und Reality-TV Star. Und beide so gut aussehend. Sie haben sich verdient gemacht in dieser kritischen Zeit für die Welt; sie waren es, die ein offenes Ohr für die Belange des kleinen Mannes gezeigt haben. Sie kennen seine Ängste und Sorgen; seit Kindesbeinen leben sie mit ihnen, haben auf dem Weg zur Schule hinten im Bentley gesessen, das Steuer aber einem einfachen Mann überlassen, haben zugesehen wie er mit seiner Familie in den zugigen Bedienstetenwohnungen ein und aus gegangen sind, haben für Brot zu ihrem Nachtmahl gesorgt und sie ziehen lassen, wenn sie alt und gebrechlich waren oder die Frauen sich nicht zugänglich zeigten.

Volksnähe, das ist heute das Abgrenzungskriterium zu den langweiligen Establishment-Politikern. Ein bisschen Nähe zu Protz und Reichtum vorgaukeln (muss mir da Gedanken machen – meine Privatinsolvenz passt nicht recht ins Raster), ein bisschen mit den Machtphantasien einfach struktierter Hirne spielen. Die Sprache der Leute sprechen, auf Twitter auch mal dem Tweet eines absoluten Analphabeten antworten.
Nigel Farage oder wie wir anerkennend sagen “Nigel Verarsch”, war der erste der im Trump Tower mit dem Weltenführer höchstselbst aus goldenen Tassen Schampus schlürfen durfte. Das wurmt mich ja schon etwas, gern wär ich es gewesen. Aber immerhin habe ich ihm sofort ein Telegramm geschrieben. Man merke auf, ein Telegramm, wie in der guten alten Zeit. Das hatte ich vorher schon vorbereitet. Hier ist es:

Die demokratische Entscheidung des amerikanischen Volkes bietet eine historische Gelegenheit, um falsche globale wirtschaftliche und demokratische Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte anzugehen und die Gesellschaft wieder zu einen, und zwar nicht nur in den USA. Gott segne Sie und Ihre Familie, Gott segne Amerika und Deutschland, aber vor allem Sie und mich.
P.S. I love you.

Leider hat er noch nicht geantwortet. Aber er ist natürlich jetzt auch am Feiern. Donald Trump ist der große Lenker, den es in unserer ungewissen Zeit so dringend braucht. Er baut Neues auf, wo andere Trümmer hinterlassen. Wie z.B. die große Mauer an der Südgrenze der USA. Wie lange haben die Chinesen den Mauerbau des Weißen Mannes belächelt. Die Berliner Mauer war ein schwacher Versuch. Aber nun ist Schluss damit. Viva Mexico!
Mit ihm, mit Geert Wilders, mit Marie le Pen werden wir die Welt great again machen. D.h. die USA sind es ja schon, dann 2017 Frankreich und dann Deutschland.
Viele fragen sich: wie kommt es eigentlich, dass Nationalisten so auf einander abfahren. Ein US-Nationalist sagt doch: America first. Der Rest kann uns mal. Wir sagen das gleiche über Deutschland: Deutschland über alles. Trotzdem sind wir ganz versessen aufeinander, drücken uns die Daumen, schmieden Allianzen über Ländergrenzen hinweg, träumen davon, uns gegenseitig durchs Haar zu wuscheln (ich jedenfalls).
Das kann man nur verstehen, wenn man einen wirklich großen Geist hat, der über dem der anderen schwebt. Hat nicht im geringsten etwas mit einer Selbsthilfegruppe für Leute zu tun, die sich für Napoleon halten. Nicht im geringsten!

Gerade erreicht mich ein Privatnachricht von Mr. Donald J. Trump, dem nächsten weißen Präsidenten der USA:

I don´t know you. Many people are saying you are a 4 at best. Maybe when I am blind and poor and everybody in my family is dead you can come to Trump Tower and make me a sandwich.

Er hat mich eingeladen! Er hat mich in die USA zu sich eingeladen. Ich bin so glücklich.

Ich habe noch ein paar Tweets und Zitat gesammelt vom nächsten Präsidenten der USA, an die ich gerne denke:

“Sorry losers and haters, but my I.Q. is one of the highest -and you all know it! Please don’t feel so stupid or insecure,it’s not your fault.”

“I Know Words, I Have The Best Words.”

“I will build a great wall – and nobody builds walls better than me, believe me – and I’ll build them very inexpensively. I will build a great, great wall on our southern border, and I will make Mexico pay for that wall. Mark my words.”
“It’s freezing and snowing in New York – we need global warming!”

“The concept of global warming was created by and for the Chinese in order to make U.S. manufacturing non-competitive.”
“I’ve said if Ivanka weren’t my daughter, perhaps I’d be dating her.”

 

06.11.2016

Die Tage werden dunkler in Sachsen, aber noch nicht dunkel genug.

Diese Woche beschäftigen mich mal wieder die Wahlen: Präsidentschaftswahl in den USA, Bundespräsidentenwahl und Wahl zum Elternbeirat in Friedhelms Schule.

Die richtungweisende US-Präsidentschaftswahl steht bevor und wir in der AfD drücken natürlich alle Trump beide Daumen, aber besonders den rechten. Er hat zwar kein richtiges Programm, aber dafür Parolen, die gut ankommen: Einwanderung stoppen, Einreiseverbot für Muslime, bessere Zusammenarbeit mit Putin, Klimawandel leugnen, Steuerreduzierungen für Reiche und natürlich – mein Favorit – eine Mauer gegen Einwanderer. Mauern sind nicht per se was Schlechtes, sag ich schon lange. Also das meiste genau so wage und an niedrige Instinkte gerichtet wie das AfD-Programm.

Wenn Trump gewinnt, ist das eine Riesenschubrakete für die AfD, dann sehe ich uns bei der Bundestagswahl 2017 bei 30% + x. Dann koalieren wir mit der CSU und ich lad den Trump ein, wenn ich zur Kanzlerin gekürt werde. Muss Merkel dann eigentlich auch ins Gefängnis?

Friedhelm dreht derweil völlig durch. Auf Facebook unterhält er sich mit Freunden aus den USA und liked Posts von Hillary Clinton und den Demokraten. Er mag Obama und möchte ein Auslandsjahr in den Staaten machen. In Deutsch dagegen immer noch eine 4 und Widerworte ohne Ende. “Fuck off”. Ich hoffe, das geht vorbei.

Dann kommt auch noch die lästige Bundespräsidentenwahl. Normal würde Merkel ja einen aus den eigenen Reihen nominieren, der ihr zu mächtig werden könnte. Aber auf das Abstellgleis Bellevue will sich wohl niemand mehr abschieben lassen. In diesen alten Bauten zieht´s ja auch schon mal unangenehm, gerade jetzt, wo es auf den Winter zugeht. Da wäre ein Glaser vielleicht gar nicht so verkehrt. Hehe.

Tja, jedenfalls hat mich die Schule angerufen. Ich hatte mich beim Elterngespräch mit der Deutschlehrerin so gut verstanden, dass sie gleich der Partei beigetreten ist. Blöd nur, dass sie jetzt nicht locker lässt und mich überreden will, dass ich mich im Elternbeirat engagiere. Was glaubt die eigentlich? Meint die, ich habe nichts anderes zu tun? Die ruft jetzt fast täglich an, auch mit “guten” Vorschlägen für das Parteiprogramm. Dann soll Friedhelm eben seine 4 behalten; ich geh nicht mehr ran.

Oktober 2016

 

 

clowns

Erneut Selbstzerstörerische Tendenzen innerhalb der Partei

 

 

  1. Oktober

woody-allen

Justizminister Heiko Maas von der SPD ist schon ein lustiges Kerlchen. Mich erinnert er ja an Woody Allen, mit seinen über den Brillenrand lugenden Augenbrauen und dem nichtsahnenden, leicht blasierten Gesichtsausdruck –  nicht dass ich mich für Produkte der US-Filmindustrie interessierte.

Aber der Maas hat auch so eine aufgemotzte Schauspielerin zur Freundin, seitdem er als Minister jeden zweiten Tag in den Schlagzeilen ist. Da fragt man sich, was für einen Politikertyp haben wir eigentlich, wenn einer erst ein exponiertes Amt braucht, um mal eine Freundin zu haben, bei denen ein Hund auf der Straße bei Tageslicht nicht jaulend davon läuft? Ich denke da auch an den Bundespräsidenten a.D. Wullf. Wer ein Waschlappen ist, den zieht es nach Berlin? Mir soll´s recht sein, mit denen werde ich 2017 spielend die versifften Grünen abwaschen.

Jedenfalls hat der Woody Allen von der SPD sich jetzt die Kinderehen unserer Zuwanderer vorgenommen, die will er schneller aufheben lassen. Kinderehen, das ist das, wenn der afghanische Ehemann (46)  mit seiner 14jährigen Ehefrau schimpft, wenn das Essen nicht pünktlich auf dem Tisch steht, weil sie noch Hausaufgaben für die Schule machen und die 3 Kinder wickeln muss, wenn er vom Jobcenter kommt.

Jetzt reicht es aus, wenn einer der Eheleute bei Gericht einen Antrag auf Aufhebung der Ehe stellt, weil das Kindeswohl gefährdet ist. Das der Ehefrau wohlgemerkt. Woody Allen nimmt dabei folglich an, dass auch die Ehemänner einen solchen Antrag stellen. Wir von der AfD sagen dazu, ja – wenn ein Afghane eine 14 jährige Trixie von Storch heiratet, kann das schon sein. In der Realität wird jedoch kein Ehemann diesen Weg der Eheauflösung gehen. Das muslimische Recht sieht vor, dass der Ehemann drei Mal die Formel spricht: Ich verstoße dich, ich verstoße dich, ich verstoße dich. Das wars. Genauso realistisch ist, das eine 14jährige Frau diesen Weg geht. Denn die hat in der Ehe mit einem 46jährigen nicht viel zu sagen. Genauso wenig wie Herr Steinmeier bei Herrn Putin, klaro?

Bin ich froh, dass Friedhelm und Annemarie mal heiraten können, wen sie wollen, wenn sie groß sind. So lange es Deutsche sind, versteht sich.

 

  1. Oktober

Das war eine Scheiß Woche!

Die Merkel macht einfach so 9 % Punkte in der Beliebtheit gut und wir kommen mit dem Parteiprogramm immer noch kein Stück weiter. Trump scheint in Amerika zu verlieren. Ist vielleicht doch nicht das Patentrezept, alles 1 zu 1 von ihm zu übernehmen,  Mir graut davor, das Thema Parteiprogramm wieder auf die To-Do-Liste setzen zu müssen.  Da ist es einfacher, beim Kindergeburtstag darüber abstimmen zu lassen, ob Blinde Kuh oder Verstecken gespielt werden soll.

Aus den Türken, die nebenan eingezogen sind, wird ich nicht schlau. Gestern kam der Mann, ein kleiner Kahlkopf mit dickem Schnauzer, unmodischem Sakko mit einem dicken Grinsen an meine Tür und hat uns zum Essen eingeladen: Begrüßungsessen, hat er in gebrochenem Deutsch gesagt. Die kennen mich anscheinend gar nicht! Kein Wunder, das erste war, dass sie ihre Satellitenschüssel aufs Dach gepflanzt haben. Da läuft nur Erdogan-TV! Ich habe geantwortet, dass wir nicht können, da ich zum Elternabend muss. Stimmt auch fast. Friedhelms Deutschlehrerin hat nicht aufgehört zu nerven, weil ich noch keinen Termin zugesagt habe. Die soll sich mal nicht so anstellen, im Gegensatz zu ihr bin halt eine beschäftigte Frau.

Heute Abend sah ich dann Herrn Yilmaz wieder auf der Straße. Er stieg gerade aus seinem Mercedes und guckte mich fragend an. Scheiße. Es war nicht zu ändern, ich habe mir die Kinder geschnappt und bin mit ihnen zum McDonalds. Der Herr Yilmaz winkte freundlich aus dem Fenster, als wir zum Auto gingen. Wir haben alle zurückgewinkt. Die Kinder hat es gefreut. Friedhelm hat dann einen Reichsburger bestellt und stellte auf bockig als es keine gab. Annemarie hat seinen BigMac einfach mitaufgefuttert, dafür hat Friedhelm ihre Pommes Frites in den Trinkbecher geschüttet, da war bei mir die Laune im Keller. Ich überlege, ein Au-pair einzustellen.

  1. Oktober 2016

Heute schlage ich die Zeitung auf, und was sehe ich? Die Grünen wollen wieder Nordafrika zum 17. Bundesland machen.

Und noch schlimmer.  Sachsen ist das unbeliebteste Bundesland in Deutschland. Dabei fühle ich mich hier unheimlich wohl. Hier ist man eben dauernd säuerlich und motzig. Man muss das nur zu schätzen wissen. Typisch Lügenpresse!

Dann klingelt das Telefon. Mein Anwalt ist dran. Es geht darum, dass ich bei der Landtagswahl hier damals so einen vorlauten Waschlappen von der Wahlliste gestrichen habe und vielleicht bei der ein oder anderen Aussage nicht an alle Einzelheiten mitgeteilt habe. Jetzt wollen die die Landtagswahl anfechten und haben ein Strafverfahren gegen mich eingeleitet. Was für eine Intrige. Ich schätze, Opi Gauland hat der Staatsanwaltschaft gesteckt, was hier Sache war. Der und Trixie von Storch wollen mich doch schon lange stürzen. Aber ich werde es ihnen nicht leicht machen.

Ich habe an die Presse durchsickern lassen, dass ich mich im Sommer mit Marie Le Pen getroffen habe, der Grand Dame des xenophoben Neo-Nationalismus. Das wird  innerhalb der Partei seine Wirkung zeigen und meiner Aura neue Kälte verleihen.

Dabei war es eigentlich bloßer Zufall. Es war Juli und ich musste für ein paar Tage raus, die Partei hat mir den letzten Nerv geraubt. Die Kinder parkte ich bei meinem Ex, der macht zum Glück alles, worum ich ihn bitte, der olle Gutmensch. Ich flog an die Cote Azur. Dort gibt es ein kleines Dorf, ein absoluter Geheimtipp. Keine Einwanderer, keine Muslime, keine Homosexuellen. Geert Wilders und Boris Johnson kommen auch regelmäßig dort hin und man munkelt auch der Amerikaner Trump sei dort schon gesehen worden. Sie treffen sich angeblich bei einem Friseur, einem alten halblinden Bretonen und glühendem Vichy-Verehrer, der sich auf Blondierung spezialisiert hat. Der ultimative konspirative Ort für politische Gespräche.

Es wird Zeit, dass die Bundestagswahl kommt. Wenn ich erstmal in Berlin gehöre ich zu dem erlauchten Kreis dazu.  Noch ein Pluspunkt: dann habe ich auch strafrechtliche Immunität und die können mich mit ihrem Meineidsverfahren.

  1. Oktober

Eine absolute Sauerei!  Jetzt hatten wir mal einen Terroristen in Chemnitz, der Staat offenbart eindrucksvoll Totalversagen bei der Ergreifung und dann sind es Flüchtlinge aus Syrien, die ihn fein säuberlich verpackt bei der Polizei abliefern. Beschissener hätte das jawohl nicht laufen können!

Wenn ich gewusst hätte, dass der sich hier in Leipzig aufhält, hätte ich mich ins Auto gesetzt und wäre so lange in der Stadt herum gefahren, bis er mir vor den Kühler läuft. Wofür habe sich schließlich einen neuen Skoda?

Tja, nichts läuft im Moment so wie es soll. Angela hat auch wieder Aufwind. Einfach so. Gibt immer noch Spinner in unseren Reihen, die glauben, ich könnte die ablösen. Wenn die wüssten, wie es innerhalb der Partei wirklich aussieht!

Habe mit Friedhelm über seine schulischen Leistungen gesprochen. Er hat eine fünf in Chemie und eine eins in Sozialkunde, aber die Deutschlehrerin hat er eine dumme Kuh genannt. Er sagt, er habe das satt, immer politisch korrekt sein zu müssen. Mit 14 ist er halt in einem schwierigen Alter. Und wer muss deswegen zum Elterngespräch – ich mal wieder.

 

  1. Oktober

Die Feier zum Tag der deutschen Einheit steht bevor. Einheit und Feiern. Das sind gleich zwei Dinge, die ich noch nie gemocht habe.

Zum Glück haben sich genug wütende Bürger in Dresden angekündigt, die dauerhaft schlechte Laune haben und diese auch verbreiten wollen. Ich wünsche ihnen schon einmal einen erfolgreichen Tag.

Und dann zieht ausgerechnet dieses Wochenende eine türkische Familie nebenan ein. Wenn das nicht symbolträchtig ist?!